Geschichte

Projektentwicklung / Geschichte des Projekts

Bereits im Frühjahr 2016 unterstützte die Stiftung Citoyen ein Pilotprojekt im Bereich Kompetenzfeststellung im Rahmen der Integrationsstrategie des Rheingau-Taunus-Kreises. Im  Kompetenzfeststellungsverfahren hamet 2 (www.hamet.de) werden handwerklich-motorische und überfachliche Fähigkeiten getestet. Es wurde in den vergangenen 30 Jahres permanent weiterentwickelt und wird bundesweit in verschiedenen Arbeitsfeldern eingesetzt. Das Pilotprojekt erlaubte einer Gruppe von Flüchtlingen aus den Gemeinden Hohenstein, Hünstetten und Waldems an dem Testverfahren teilzunehmen. Es wurde dann von professionellen und erfahrenen Multiplikatoren in Kooperation mit Ehrenamtlichen durchgeführt. Die individuellen Stärken-Schwächen-Profile wurden analysiert, hinsichtlich einer Ausbildungseignung ausgewertet und Handwerkern und Unternehmen der Region im Rahmen des Handwerkerstammtisches in Idstein vorgestellt. Es bestand großes Interesse, geeignete Bewerber für Praktika, Ausbildung und Arbeit zu gewinnen. Für Flüchtlinge mit guten Bildungsvoraussetzungen wurde ein ProfilPASS (www.profilpass-international.eu) erstellt. Die Beratung mit dem ProfilPASS hilft den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Fähigkeiten und Kompetenzen zu entdecken und diese zu benennen. So können berufliche Schritte besser geplant werden und Abbrüche bei Ausbildungen reduziert werden

Die Stiftung Citoyen initiierte dann im Februar 2017 auf dieser Basis ein Modellprojekt speziell für geflüchtete Frauen. Denn, so erklärt Beate Gottschall, Vorsitzende der Stiftung CITOYEN: „Die Potentiale der Frauen werden bisher viel zu wenig berücksichtigt. Weil Integration aber nur dann gelingen kann, wenn Frauen ganz aktiv in diesen Prozess mit eingebunden sind, will die Stiftung durch dieses Modellprojekt geflüchteten Frauen eine berufliche Perspektive eröffnen.“

Es wurde mit denselben Kompetenzfeststellungsverfahren (hamet und ProfilPass) gearbeitet und die Berufswegeplanung durch ein begleitendes Mentoring beim Übergang in Arbeit und Ausbildung ergänzt.

Bei der Zielgruppe hatten sich die Stiftung Citoyen, der Rheingau-Taunus-Kreis und die Netzwerk Leben Rhein-Main gGmbH zunächst auf die zu diesem Zeitpunkt in den Integrationsklassen der beiden Berufsschulen Taunusstein und Geisenheim gemeldeten Schülerinnen und weiteren geflüchteten Frauen in der Betreuung des Jobcenters verständigt.

Das Ziel dieses Projektes war, in einem Dreierschritt geflüchtete Frauen, die sich um den Einstieg in Beruf und Arbeit bemühen, zu unterstützen:

I. Kompetenzfeststellung

II. Klären und Schärfen des individuellen Leistungsprofils

III. Berufswegeplanung durch individuelle Begleitung

Die Kombination dieser drei Komponenten eröffnet den geflüchteten Frauen die Chance, die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen und durch ehrenamtliche Begleitung den Weg in eine reguläre Ausbildung oder in eine Arbeitsstelle zu finden.

Insgesamt haben 55 Frauen an den Kompetenzfeststellungen nach hamet und auf der Grundlage des ProfilPASSes teilgenommen und konnten den ersten Teil des Projekts „Frauen kommen an – Kompetenzfeststellung und Berufswegeplanung“ (Fka1) erfolgreich mit einer individuellen Berufswegeplanung abschließen.

Aus diesem Kreis konnten 25 Frauen für eine weitergehende Förderung in das ab Juni 2018 begonnene Modellprojekt „Frauen kommen an – Mentoring/Jobcoaching von geflüchteten Frauen zur Integration in Ausbildung und Arbeit“ (Fka2) übernommen werden.